Ausgangssituation
Wer sich länger mit Astrofotografie beschäftigt, landet früher oder später an genau diesem Punkt: Das Setup funktioniert – aber irgendwie ist es nie wirklich „fertig“. Bei mir sah das so aus, dass ich parallel mehrere Systeme im Einsatz hatte. Ein Raspberry Pi 5 mit Linux, darauf INDI, KStars/Ekos und PHD2 Guiding. Dazu ein Notebook für Tests und Konfigurationen.
Das lief – und zwar erstaunlich gut. Aber es war eben auch… gebastelt. – Und das ewige Umbauen zwischen den Systemen hat mich massiv genervt.
Stromversorgung über eine Pegasus Astro Powerbox Advanced, Kabelmanagement irgendwo zwischen „funktional“ und „naja“, und immer dieses Gefühl: Eigentlich möchte ich das Ganze direkt am Teleskop haben. Ohne Zusatzgeräte. Ohne extra Rechner. Einfach einschalten und loslegen.
Genau da kam für mich der Gedanke ins Spiel: Ein fest verbauter Astrocomputer direkt am Teleskop – konkret an meinem Vixen VC200L.
Anforderungen an den neuen Astrocomputer
Ich wollte kein neues Bastelprojekt. Ich wollte ein Werkzeug.
Meine Anforderungen waren daher ziemlich klar:
- Fest verbaut am Teleskop
- Vollständige Funktionalität
- Möglichst wenig Kabel
- Stabile Stromversorgung über 12V
- Direkte Steuerung von Montierung, Kamera, Fokussieren und Guidecam
- Einfacher Zugriff auf die Daten (idealerweise per SD-Karte oder Netzwerk)
- Saubere, moderne Benutzeroberfläche
Und vielleicht der wichtigste Punkt:
Ich wollte mich bewusst mal in die Rolle eines „normalen Nutzers“ begeben – nicht alles bis ins letzte Detail konfigurieren, sondern einfach arbeiten.
Technische Daten des StellaVita
Der StellaVita ist im Kern genau das: ein kompakter Astrocomputer, den ich direkt am Teleskop betreiben kann.
Hier die wichtigsten technischen Eckdaten, wie sie sich aus Herstellerangaben und meinem eigenen Eindruck ergeben:
Anschlüsse & Schnittstellen
- 4× USB (davon 2× USB 3.0)
- WLAN-Dongle (inklusive)
- RJ45 Ethernet-Anschluss
- SD-Karten-Slot
- 4× 12V DC-Ausgänge
- 12V DC Eingang (bis ca. 5A)
- Klinkenanschluss für Kameraauslösung (DSLR/DSLM)
Konnektivität
- WLAN (über mitgelieferten Dongle + Antenne)
- LAN (kabelgebunden – immer gut)
Software & System
- Integrierte Astrosoftware
- App-basierte Benutzeroberfläche – iOS und Android
- Vollständige Steuerung von:
- Montierung (z. B. EQMOD)
- Kameras
- Guiding
- Fokussierung
- Sequenzen
Formfaktor
- Kompakte Box, etwa vergleichbar mit der Pegasus Powerbox Advanced
- Montage direkt am Teleskop möglich (z. B. über Sucherschuh)





Was mir besonders wichtig war:
Der Funktionsumfang ist nicht „abgespeckt“. Es fühlt sich an wie ein vollwertiger Astrocomputer – nicht wie ein Kompromiss.
Ersteindruck Hardware
Mein erster Gedanke beim Auspacken:
„Das ist… erstaunlich wertig.“
Die kleine schwarze Box fühlt sich solide an, nichts klappert, nichts wirkt billig. Die Anschlüsse sind sinnvoll verteilt, und ich hatte direkt das Gefühl: Das gehört ans Teleskop – nicht auf den Schreibtisch.
Ein paar Dinge sind mir direkt aufgefallen:
- Physischer Ein-/Ausschalter – klingt banal, ist aber Gold wert
- WLAN-Dongle im Lieferumfang – und ja, der belegt einen USB-Port, aber ich habe einen übrig
- Montagemöglichkeit am Sucherschuh – extrem praktisch für mein Setup
- SD-Karten-Slot – für mich eine der angenehmsten Lösungen für Datentransfer
Warum der StellaVita mir so viel Vorfreude bereitet und was ich mir erhoffe
Was mich wirklich begeistert, ist nicht nur das Gerät selbst – sondern das, was es für meinen Workflow bedeutet.
Ich komme von einer Lösung, die technisch funktioniert hat, aber immer ein bisschen nach „Projekt“ aussah. Der StellaVita fühlt sich dagegen nach einem fertigen Werkzeug an.
Ich erhoffe mir konkret:
- Weniger Aufbauzeit
- Weniger Fehlerquellen
- Mehr Fokus auf das eigentliche Ziel: Astrofotografie
Dieses Gefühl, einfach rauszugehen, das Teleskop aufzubauen, den Schalter umzulegen und loszulegen.
Keine Bastelarbeit. Kein Debugging. Kein „warum verbindet sich das jetzt wieder nicht“.
Sondern einfach:
Nachthimmel. Technik, die funktioniert. Und die Freude daran, Daten zu sammeln.
Ob der StellaVita das alles erfüllt?
Das wird sich zeigen.
Aber die Vorfreude – die ist definitiv da und ich werde berichten.

