Über mich – Astrofotografie & Deep Sky

Hinter Astrocamp steht meine Leidenschaft für Astrofotografie. Hier erfährst du, mit welchem Equipment ich Galaxien, Nebel und Sternhaufen ablichte – und warum.

Wer hinter Astrocamp steckt

Ich bin Thomas Hanrath, 51 Jahre alt und seit einem Vierteljahrhundert begeisterter Koblenzer. Aufgewachsen bin ich am Niederrhein – die erste Hälfte meines Lebens habe ich dort verbracht, die zweite hier in Koblenz. Beruflich bewege ich mich in der IT-Beratung; sobald es aber dunkel und der Himmel klar wird, gehört meine Zeit dem Sternenhimmel.

Wie meine Astrofotografie begann

Die Faszination für den Himmel ist nicht neu. Schon in den 1980ern stand ich als Kind mit einem kleinen Teleskop draußen, beobachtete den Mond, schraubte einen Sonnenfilter auf und staunte. Zum Fotografieren hat es damals nie gereicht – weder das Equipment noch das nötige Durchhaltevermögen waren vorhanden, und bald hatten andere Interessen Vorrang. Das Interesse an der Astronomie blieb aber immer irgendwo im Hintergrund.

Den Funken neu entfacht hat der Komet NEOWISE kurz vor der Corona-Pandemie. Ich hatte meinem Sohn ein kleines Teleskop geschenkt – und plötzlich fragte ich mich: Wie bekomme ich eigentlich meine Kamera an dieses Teleskop? Was für Adapter brauche ich? Wie funktioniert das überhaupt? Aus dieser einen Frage wurde ein Kaninchenbau aus Recherchen, Telefonaten mit Astro-Shops und nächtlichen Experimenten. Mein erstes Objekt war der Mars – und ich bin bis heute fasziniert, wie gut dieses erste Bild geworden ist.

Was mich an der Astrofotografie antreibt

Astrofotografie ist für mich ein Handwerk, das Geduld, Technikverständnis, astronomisches Wissen und eine ordentliche Portion Frusttoleranz verlangt. Es gibt Abende, an denen nichts funktioniert – ein vergessenes Kabel, ein falsch konfigurierter Software-Wert, eine Montierung, die nicht richtig polar ausgerichtet ist. Und es gibt Nächte, in denen alles stimmt und Licht auf meinen Kamerasensor fällt, das Millionen von Jahren durchs Universum gereist ist.

Genau das ist der Kern meiner Arbeit: Ich sammle Photonen. Keine Malerei am Bildschirm, sondern mathematische Verfahren, die aus Hunderten von Einzelbelichtungen – jede fünf Minuten lang, aufgenommen über Wochen – ein einziges Bild entstehen lassen. Mein bisher aufwändigstes Foto, ein Emissionsnebel, trägt rund 45 Stunden Belichtungszeit in sich.

Mein Equipment

Damit aus Photonen ein fertiges Bild wird, arbeite ich mittlerweile mit zwei Setups, die ich je nach Objekt und Bedingungen einsetze – bei Bedarf auch beide in derselben Nacht parallel.

About astro Thomas Hanrath Baader Apo
Baader Apo 95 Travel Companion, Warpastron WD-20P, Berlebach Astro Uni18.

Setup 1 – das Reise- und Schmalband-Setup: ein Baader Apo Travel Companion 95 (CaF₂-Apochromat) auf der neuen Montierung Warpastron WD-20P, getragen vom Berlebach Uni 18 Holzstativ. Als Kamera kommt eine ToupTek SkyEye62AM zum Einsatz, davor ein 50,4-mm-Baader-CMOS-Filtersatz: LUM, R, G, B sowie die Schmalbandfilter S, H und O in der Ultra-Narrowband-Variante. Geführt wird über ein fest verbautes William Optics Uniguide 50, gesteuert von einem Raspberry Pi 5 mit Stellarmate OS. Diese Kombination ist mein Arbeitspferd für Emissionsnebel und Schmalbandprojekte.

Setup 2 – das Galaxien- und Langbrennweiten-Setup: ein Vixen VISAC VC200L (1800 mm Brennweite) auf einer Skywatcher HEQ5 Pro (Belt-Mod und hypertuned). Hier sitzt eine ToupTek SkyEye24AC mit einem 50,4-mm-Baader-Filter – je nach Objekt und Lichtverschmutzung LUM oder UHC-L. Das Guiding übernimmt ein fest montiertes APM 240-mm-Guidescope mit einer QHY-462C-Guidingkamera, als Steuerrechner dient ein ToupTek Stellavita. Die lange Brennweite macht dieses Setup ideal für kleine, lichtschwache Galaxien.

About astro Thomas Hanrath Vixen VC 200L
Vixen VISAC VC200L, Baader Apo 95 Travel Companion, Warpastron WD-20P

Beide Kameras sind mit einem Baader M68 Schnellwechsler und einer Baader UFC Filterschublade ausgestattet. Der Backfokus ist für beide Kameras identisch adaptiert, sodass ich sie nach Bedarf beliebig zwischen den Teleskopen tauschen kann. Die komplette Bildbearbeitung mache ich in PixInsight.

Wo ich fotografiere

Meinen Standardplatz habe ich direkt vor der Haustür: den eigenen Garten. Wenn die Zeit oder die Nächte es erlauben, breche ich auf – in den Hunsrück, den Westerwald, die Eifel. Besonders gerne fahre ich zum Hohen List, wo mir die Astronomische Vereinigung Vulkaneifel auf ihrem Vereinsgelände einen Platz unter vergleichsweise dunklem Himmel bietet. Dort fotografiere ich die ganze Nacht, übernachte auf dem Gelände und kehre morgens mit vollen Festplatten und einem zufriedenen Lächeln nach Hause.

Übrigens: Während ich fotografiere, schleichen sich regelmäßig Igel durch den Garten. Ich finde das passend – treue Begleiter unter dem Sternenhimmel.

Warum es diesen Blog gibt

Ich blogge, seit es Blogs gibt – erst über IT-Projekte, irgendwann um die Mitte der 2010er-Jahre habe ich damit aufgehört. Die Astrofotografie hat das Schreiben wieder in mein Leben gebracht. Auf astrocamp.eu dokumentiere ich meinen Weg: Techniken, Fehler, Erkenntnisse und natürlich die Bilder selbst. Es ist im Grunde ein Lerntagebuch – und wer von Anfang an liest, sieht genau, wie sich die Qualität meiner Aufnahmen über die Jahre entwickelt hat.

Ich finde es schlicht zu schade, wochenlang Arbeit in ein einziges Bild zu stecken und es dann in der Dateiablage verschwinden zu lassen. Diese Fotos sollen gesehen werden. Schau dich im Deep-Sky-Katalog um oder verfolge in der Astrofoto-Timeline, woran ich gerade arbeite.