Sh2-86, ebenfalls als LBN 135 katalogisiert, ist ein lichtschwacher Emissionsnebel im Füchschen, der geduldige Deep-Sky-Astrofotografen unter dunklem Himmel mit langen Integrationszeiten belohnt. Eingebettet in dieselbe Himmelsregion liegt NGC 6820, ein eigenständiger Emissionsnebel, während der junge offene Sternhaufen NGC 6823 mit einer Helligkeit von 7,1 mag leuchtet und als energiereicher Motor das umgebende Gas zum Leuchten bringt. Obwohl diese Objekte auf einer Weitwinkelaufnahme als ein einziges, ausgedehntes Ziel erscheinen, führen die astronomischen Kataloge sie als getrennte, unabhängige Einträge mit jeweils eigener Bezeichnung. Schmalbandfilter, insbesondere H-alpha, sind der Schlüssel, um die zarten ionisierten Wasserstoffstrukturen dieses subtilen Komplexes vor dem reichen Milchstraßenhintergrund des Füchschens herauszuarbeiten.
Namen und Katalognummern
- Sh2-86 (Sharpless 86)
- LBN 135
- NGC 6820 (assoziiertes Objekt: NGC 6820)
- NGC 6823 (assoziiertes Objekt: NGC 6823)
Position und kosmische Nachbarschaft
Der Komplex liegt im kleinen Sternbild Füchschen, nahe Rektaszension 19h 43m und Deklination +23° 15′, tief in einem sternreichen Bereich der sommerlichen Milchstraße. Sh2-86 selbst erstreckt sich über dieses Feld, während der nahe gelegene Emissionsnebel NGC 6820 unmittelbar südwestlich bei RA 19h 42m, Dek +23° 05′ liegt und der offene Sternhaufen NGC 6823 das Herz der Region bei RA 19h 43m, Dek +23° 19′ markiert. Da NGC 6823 eine Winkelausdehnung von 3,6′ aufweist und die umgebende Nebulosität weit darüber hinausreicht, ist das Gebiet ein beliebtes Bildfeld für Weitwinkel-Astrofotografen, die sowohl den Sternhaufen als auch das leuchtende Gas in einer Komposition vereinen möchten. Die Kataloge führen diese als getrennte Objekte, sodass Beobachter den Nebel und den Sternhaufen als unabhängige Ziele behandeln sollten, die sich denselben Himmelsausschnitt teilen.
Wissenswertes
- Was wie ein einziges Objekt aussieht, sind in Wirklichkeit drei Katalogeinträge zusammen: der Emissionsnebel Sh2-86 (LBN 135), der Emissionsnebel NGC 6820 und der offene Sternhaufen NGC 6823.
- Der offene Sternhaufen NGC 6823 leuchtet mit einer Helligkeit von 7,1 mag bei einer Flächenhelligkeit von etwa 18,5 mag/arcsec², wodurch der Sternhaufen weit leichter zu erfassen ist als die umgebende lichtschwache Nebulosität.
- NGC 6823 liegt rund 6.170 Lichtjahre entfernt und misst nur etwa 6 Lichtjahre im Durchmesser, ein kompakter junger Sternhaufen, der auf eine Winkelausdehnung von lediglich 3,6′ komprimiert ist.
- Die Region ist ein klassisches Schmalbandmotiv — die H-alpha-Aufnahme ist die wirksamste Methode, um die ionisierte Wasserstoffstruktur von Sh2-86 vor den dicht gedrängten Sternfeldern des Füchschens sichtbar zu machen.

