In den Sommermonaten Juni bis August 2025 widmete ich mich einem meiner bislang anspruchsvollsten Astrofotografie-Projekte: der Aufnahme des Sharpless 119, auch bekannt als der Muschelnebel, im Sternbild Schwan. Dieser ausgedehnte Emissionsnebel liegt etwa 2200 Lichtjahre entfernt und erstreckt sich über mehrere Grad des Himmels.
Die Aufnahme-Sitzungen
Die Belichtungszeit für dieses Projekt summierte sich auf beeindruckende 41 Stunden Bruttoaufnahmezeit, verteilt auf 14 Nächte. Nach Abzug von Ausschuss durch Wolken, Wind oder Nachführungsprobleme blieben 32 Stunden Nettoaufnahmezeit übrig.Diese Aufnahmen wurden mit meinem Baader Travel Companion 95 Teleskop auf einer HEQ5 Pro Montierung und der ToupTek SkyEye 62M Mono-Kamera durchgeführt.Verwendet wurden die 50 mm Filter von Baader in den Farben Luminanz, Rot, Grün und Blau.
Die Sessions waren über die Monate Juni bis August verteilt, mit einer kurzen Unterbrechung während meines Sommerurlaubs.Besonders hervorzuheben ist Session 14, in der ich erneut den Rotfilter einsetzte, um die Wasserstoff- und Schwefel-Emissionsnebel im Bild stärker hervorzuheben.Diese Entscheidung basierte auf Testentwicklungen, die zeigten, dass der Rotkanal besonders intensiv bearbeitet werden konnte.
Leider gab es bei zwei Sessions (11 und 12) Probleme mit der Zentrierung des Objekts, weshalb diese Aufnahmen nicht in das Endbild eingeflossen sind.Da es sich um die kürzesten Sessions handelte und die Guiding- und Seeing-Bedingungen ohnehin suboptimal waren, war der Verlust dieser Daten verkraftbar.
Hochauflösend auf Astrobin:

Das beschriftete Bild:

Technische Umsetzung
Die gesamte optische Kette wurde vor einigen Monaten auf Baader-Komponenten umgestellt, um interne Reflexionen zu minimieren.Ein entscheidender Schritt war der Wechsel vom Off-Axis-Guider zu einem William-Optics Uniguide 50 mm Leitrohr mit einer ToupTek 462 Mono-Kamera.Diese Umstellung führte zu einer deutlichen Verbesserung der Bildqualität und der Guiding-Ergebnisse.
Die HEQ5 Pro Montierung zeigte durchgängig eine Guiding-Qualität von unter einer Bogensekunde.Längere Guiding-Passagen lagen bei etwa 0,5 Bogensekunden, während der Normalfall Schwankungen zwischen 0,6 und 0,8 Bogensekunden aufwies.Diese Präzision war entscheidend, um die feinen Details des Nebelkomplexes einzufangen.
Sitzungsdetails:
| Teleskop | Baader Apo 95 Travel Companion |
| Brennweite | 590mm |
| Korrekturlinse | Baader M68 Field Flattener |
| Kamera | ToupTek SkyEye62AM |
| Filter | Baader LRGB CMOS Optimized 50.4mm |
| Montierung | Skywatcher HEQ5 Pro – Riemen und Hypertuned |
| Guiding Equipment | William Optics Uniguide 50 |
| Guiding Kamera | ToupTek GPM462M |
| Aufnahmedatum | Juni 25 – August 25 |
| Belichtungszeit Lights | R 115x300s G 45x300s B 35x300s L 305x300s |
| Kalibrierungsframes | FLATS, DARKS |
| Empfindlichkeit | GAIN 100 |
| Entwicklungsdatum | 30.08.2025 |
| Software Stack | Stellarmate OS, PixInsight, Affinity Photo |
| Aufnahmeort | Koblenz, Deutschland |
Fazit
Mit über 40 Stunden Belichtungszeit und einer sorgfältigen technischen Umsetzung ist dieses Astrofoto von Sh2-119 ein bedeutender Meilenstein in meiner Astrofotografie.Die Kombination aus präzisem Guiding, hochwertiger Ausrüstung und geduldiger Arbeit über mehrere Monate hinweg hat zu einem Ergebnis geführt, das die Schönheit und Komplexität dieses Nebelkomplexes eindrucksvoll zur Geltung bringt.
