Der Rosettennebel ist für mich ein ganz besonderes Objekt. Ziemlich genau fünf Jahre ist es her, dass ich ihn zuletzt fotografiert habe – im Februar und März 2021, damals noch in meinen allerersten Gehversuchen der Astrofotografie. Es war mein erstes „Projekt“, das sich über zwei Abende erstreckte. Nun, fünf Jahre später, habe ich mich erneut an den Rosettennebel gemacht. Dieser zweite Anlauf entpuppte sich als deutlich chaotischer, als zu erwarten war.
Die neue Aufnahmeserie begann im Januar, allerdings unter alles andere als idealen Bedingungen. Kaum ein Abend brachte wirklich gutes Wetter: Wolken, Feuchtigkeit, Hochnebel und immer wieder nur halbe Nächte bestimmten den Rhythmus. Am 21. Januar entstanden zunächst die ersten Rot- und Grünaufnahmen mit jeweils rund 20 Einzelbildern ja drei Minuten. Der Blaukanal folgte ein oder zwei Tage später – wurde jedoch vollständig verworfen, da etwas grundlegend nicht stimmte. Zusätzlich stellte sich heraus, dass ich das falsche Objekt zentriert hatte: Statt des Rosettennebels lag NGC 2238 im Fokus, wodurch der eigentliche Nebel unschön an den Rand des Bildes gedrängt wurde.
Die erste Integration dieser Daten bestätigte den Eindruck: Die Qualität war schlicht nicht brauchbar. Der Rosettennebel steht relativ niedrig am Himmel, wandert ungünstig durch das Sichtfeld und wird zusätzlich von einer Straßenlaterne hinter meinem Haus beeinträchtigt. Zwar schirme ich diese mit einer Art spanischer Wand ab, doch in dieser Konstellation kam die Kamera immer wieder sehr nah an deren Rahmen. Das Resultat waren ungewollte Spikes und Artefakte – praktisch auf allen Aufnahmen.
Also fiel die Entscheidung, noch einmal neu zu starten und weitere Abende zu investieren. Diesmal legte ich die Zentrierung auf Sharpless 275. Am 24. Januar nahm ich den Blaukanal neu auf und sammelte dabei 21 Einzelbilder mit 180 Sekunden. Am selben Abend folgte noch der Rotkanal, allerdings reichte die Zeit hier nur für zehn Frames. Erste Entwicklungen zeigten, dass der Grünkanal aus den früheren Nächten eigentlich der beste war – allerdings traten auch hier um helle Sterne merkwürdige, ungleichmäßige Strukturen auf.
Nach einer weiteren Wartezeit gelang es mir schließlich am 7. Februar, noch einmal gezielt Grün-Daten aufzunehmen: 14 Einzelbilder zu jeweils 300 Sekunden. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, dass sich hier unterschiedliche Belichtungszeiten mischten, doch letztlich ließ sich alles sinnvoll kombinieren. Am Ende kamen knapp zweieinhalb Stunden Gesamtintegrationszeit zusammen, aus denen schließlich das finale Bild entstand.
Trotz aller Widrigkeiten – kein einziger Abend verlief vollständig störungsfrei – bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Besonders spannend ist für mich der direkte Vergleich mit der Aufnahme von vor fünf Jahren. In dieser Zeit hat sich alles verändert: meine Erfahrung, das Teleskop, die Kamera und vor allem mein Verständnis für Aufnahmeplanung und Bildintegration. Der Unterschied zwischen damals und heute ist tatsächlich wie Tag und Nacht.
Hochauflösend auf Astrobin:

Das beschriftete Bild:

Sitzungsdetails:
| Teleskop | Baader Apo 95 Travel Companion |
| Brennweite | 590mm |
| Korrekturlinse | Baader M68 Field Flattener |
| Kamera | ToupTek SkyEye62AM |
| Filter | Baader LRGB CMOS Optimized 50.4mm |
| Montierung | Skywatcher HEQ5 Pro – Riemen und Hypertuned |
| Guiding Equipment | William Optics Uniguide 50 |
| Guiding Kamera | ToupTek GPM462M |
| Aufnahmedatum | Januar und Februar 2026 |
| Belichtungszeit Lights | R 10x180s G 15x300s B 20x180s |
| Kalibrierungsframes | FLATS, DARKS |
| Empfindlichkeit | GAIN 100, Offset 125 |
| Entwicklungsdatum | 08.02.2026 |
| Software Stack | Stellarmate OS, PixInsight |
| Aufnahmeort | Koblenz, Deutschland |

