Die Mondfinsternis am 7. September 2025 war für mich ein ganz besonderes Ereignis. Schon vor dem eigentlichen Beginn war klar: der Mond würde tief über dem Horizont bereits komplett vom Schatten der Erde verdunkelt aufgehen und damit schwer sichtbar sein. Die Stimmung war gespannt – nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen Besuchern, die sich auf den Feldern oberhalb von „Friedland“ in Lahnstein versammelt hatten.
Etwa gegen 20:39 Uhr zeigte er sich schließlich zum ersten Mal. Zunächst schwach, rötlich und schwer auszumachen im noch hellen Abendhimmel, doch mit zunehmender Dunkelheit trat die Finsternis immer deutlicher hervor. Über eine Stunde lang bot sich ein faszinierendes Schauspiel, das wir gemeinsam verfolgen konnten.
Organisiert war das Treffen von der Astro-AG des Johannes-Gymnasiums, die mit einer beeindruckenden Vielfalt an Teleskopen und Ferngläsern vor Ort war. Rund 50-60 Menschen, darunter Schüler, Lehrer und interessierte Besucher, erlebten und teilten das Ereignis.
Beobachtung und Aufnahme
Für mich war es die erste totale Mondfinsternis, die ich mit einer rein fotografischen Ausrüstung dokumentierte – und das ohne Teleskop. Ich nutzte eine Vixen Great Polaris Montierung (diesmal ohne Gegengewicht), meine Canon EOS R und das RF 100-400 mm Zoomobjektiv.

Geplant war eine Mischung aus Fotos und Videosequenzen, jeweils 30-60 Sekunden in 4K. Dabei hatte ich zunächst Sorge, ob der Mond in dieser Sensor-Crop-Situation vollständig ins Bild passen würde – das stellte sich aber als unbegründet heraus.
Die Fotos selbst waren qualitativ enttäuschend: leicht verwackelt, wenig scharf, und das lichtschwache Objektiv stieß an seine Grenzen. Deutlich besser lief es bei den Videos, die sich nach der Bearbeitung als wertvolles Rohmaterial herausstellten.
Gemeinschaftserlebnis unter Sternen

Besonders eindrücklich war die Atmosphäre vor Ort: Während ich mit Kamera und Montierung beschäftigt war, teilten die Schüler der Astro-AG und ihre Lehrer ihre Teleskope mit neugierigen Besuchern. Vom einfachen Fernglas bis zum modernen Smart-Teleskop war alles vertreten.
Das führte dazu, dass nicht nur Astrofotografen oder Schüler, sondern auch zufällige Spaziergänger einen direkten Blick auf den verfinsterten Mond werfen konnten. Dieses Teilen der Beobachtung machte den Abend zu mehr als nur einer fotografischen Übung.





Die Bildbearbeitungsschritte
Die Videodateien habe ich zunächst in PIPP ins unkomprimierte AVI-Format umgewandelt, um sie anschließend in AutoStakkert zu verarbeiten.
Analyse: globale Analyse mit maximalem Rauschwert, Drizzle auf 1,5 gesetzt
Alignment-Points: automatisch plus eigene Punkte auf den nicht bedeckten Mondpartien
Stacking: 75 % der Frames pro Video genutzt, also 1500-2500 Bilder je Sequenz
Am Ende konnte ich fünf verschiedene Videosequenzen in der Bearbeitung verwenden, die die unterschiedlichen Stadien der Finsternis gut abbildeten.
Sitzungsdetails:
| Optik | Canon RF 100-400mm |
| Brennweite | 400mm |
| Kamera | Canon EOS R |
| Montierung | Vixen GP auf Holzstativ |
| Aufnahmedatum | 7.9.2025 |
| Sequenzen | 20:44 – 1592 Frames, 63s 20:49 – 1786 Frames, 71s 20:52 – 1773 Frames, 70s 20:58 – 973 Frames, 38s 21:22 – 1527 Frames, 61s |
| Empfindlichkeit | ISO Auto |
| Entwicklungsdatum | 8.9.2025 |
| Software Stack | PIPP, AutoStakkert, Affinity Photo |
| Aufnahmeort | Lahnstein, Deutschland |
Die Mondfinsternis in Lahnstein hat mir gezeigt, wie unterschiedlich die Resultate zwischen Foto und Video sein können. Während die Bilder mit dem Zoomobjektiv enttäuschten, lieferten die 4K-Videos wertvolles Material, das sich gut weiterverarbeiten ließ.
Bei der nächsten totalen Finsternis Ende 2028 werde ich wohl mit einem Refraktor aufwarten – und freue mich schon jetzt darauf.


















