Messier 27 – Hantelnebel

Messier 27 (der Hantelnebel) ist ein heller planetarischer Nebel im Sternbild Füchschen in etwa 1.200–1.360 Lichtjahren Entfernung und erreicht seine jährliche Kulmination zur astronomischen Mitternacht sowie die beste Beobachtungszeit Ende Juli aus mitteleuropäischen Breiten.

Messier 27 ist ein lohnendes Ziel für Astrofotograf:innen aller Erfahrungsstufen: Er kombiniert einen sehr hellen Kern mit schwachen Außenhüllen, die sich mit langen Belichtungszeiten und Schmalbandfiltern hervorragend darstellen lassen. Die starke [O III]-Emission verleiht dem Nebel eine markante türkisfarbene bis blaugrüne Erscheinung und macht ihn zu einem hervorragenden Kandidaten für O III- oder Dualband-Aufnahmen auch bei Mondlicht. Der helle Kern ist kompakt genug, um mit mittleren Brennweiten (400–1200 mm) feine Strukturen aufzulösen, während er in Weitwinkelaufnahmen mit der dichten Milchstraßen-Sternumgebung eindrucksvoll zur Geltung kommt. Der heiße Zentralstern (etwa 13,9 mag) kann in tiefen Stacks mit guter Nachführung und sorgfältiger Bildbearbeitung sichtbar gemacht werden.

Namen und Katalognummern

Trivialnamen: Hantelnebel; Apfelkern-Nebel; Diabolo-Nebel.

Messier: M 27

NGC: NGC 6853

Weitere Bezeichnungen: PK 060-03.1; PN G060.8-03.6; Hen 2-452

Position und kosmische Nachbarschaft

M27 liegt im nördlichen Teil des Sternbilds Füchschen in der sommerlichen Milchstraße bei etwa RA 19h 59m, Deklination +22° 43′ (J2000). Für Bildkompositionen richten viele Fotograf:innen den Nebel so aus, dass die Hantellappen horizontal oder diagonal verlaufen, um seine charakteristische Form hervorzuheben. Mit 200–400 mm Brennweite lässt sich der Nebel in eindrucksvolle Felder einbinden, die auch das benachbarte Kleiderbügel-Asterismus (Collinder 399) einschließen. Das Umfeld ist sternreich, jedoch nicht von anderen hellen Nebeln überlagert, wodurch M27 sowohl im Breitband als auch im Schmalband ein sehr attraktives Sommerziel ist.

Wissenswertes

1) [O III]-Emission dominiert die Ausstrahlung von M27 — Schmalbandaufnahmen in O III oder Dualband steigern den Kontrast und zeigen feine Filamente. 2) Eine sehr schwache, großflächige Hülle erstreckt sich bis zu ≳15′; sie lässt sich zuverlässig nur mit vielen Stunden Gesamtbelichtungszeit und sehr sauberer Hintergrundbearbeitung darstellen. 3) Der Zentralstern ist ein heißer Weißer Zwerg mit etwa 13,9 mag und wird in tiefen Stacks mit mittleren Teleskopen sichtbar; viele Fotograf:innen arbeiten ihn mit selektivem Schärfen oder Deconvolution heraus. 4) Da der helle Kern sehr schnell sättigt, kombinieren viele Astrofotograf:innen kurze Belichtungen (für Kerndetails und Sternfarben) mit langen Schmalbandbelichtungen für die Außenbereiche und blenden die Ergebnisse anschließend zusammen.

Helligkeit, Entfernung und Größe

M27 hat eine integrierte visuelle Helligkeit von etwa 7,4–7,5 mag, wodurch er leicht in kleinen Teleskopen sichtbar und für kurze Astrofotografie-Sessions erreichbar ist. Der zentrale helle Bereich misst rund 8,0 × 5,6 Bogenminuten, während eine extrem schwache Außenhülle in tiefen Aufnahmen bis etwa 15 Bogenminuten sichtbar wird. Die Entfernung wird meist mit etwa 1.200 Lichtjahren angegeben, wobei Schätzungen bis etwa 1.360 Lichtjahre reichen. Damit entspricht der helle Kern einem physikalischen Durchmesser von rund 2,5–3 Lichtjahren und die volle Hülle mehreren Lichtjahren. Diese Kombination aus hoher Flächenhelligkeit im Kern und großflächigen, lichtschwachen Strukturen macht M27 sowohl für kurze als auch für sehr lange Aufnahmeprojekte interessant.

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